Es gibt viele Dinge, um die man sich als Bauherr kümmern muss. Zig Termine für Abstimmungen zu Küche, Bauanzeige und Kaminplanung etc. fressen da schon einiges an Zeit. Wie bereits erwähnt, möchten wir später ein intelligentes Haus haben. Gut nur, dass der Tag der deutschen Einheit vor der Tür steht und wir uns einen Brückentag nehmen konnten. Somit war mal etwas mehr Zeit, um sich detaillierter mit dem Thema Elektrik und KNX zu befassen.

Wie auch schon von anderen Bauherren beschrieben, sollte hierfür ein Testbrett gebaut werden. Auf diesem Brett werden einzelne Komponenten temporär verbaut, um sich zum einen in die Verkabelung als auch in die Programmierung der Technik einarbeiten zu können. Neben der grundsätzlichen sternförmigen Verkabelung und der Busverkabelung spielt dabei auch der Zugriff auf das System und die Parametrierung eine Rolle.

Damit sich die Kosten in Grenzen halten, sollen die Komponenten auch später im Haus zum Einsatz kommen. Daher fiel die Dimensionierung der der einzelnen Komponenten durchaus etwas größer aus, als diese hätte sein müssen. Nach vielem recherchieren und einer detaillierten Beratung während der Bestellung bei Avolta, sind es folgende Komponenten schließlich geworden:

Der Aktor kann theoretisch 20 verschiedene Kanäle schalten. Für den Test sollen es aber erstmal nur drei Glühlampen sein. Als Unterlage für die gesamten Komponenten diente eine ausgediente Tischplatte von Ikea.

KNX Komponenten

Da der Bauherr selbst kein Elektriker ist und auf sowas nicht verkabeln darf, hat er sich professionelle Hilfe im Bekanntenkreis geholt. Somit stand dem Vorhaben nichts mehr im Weg und es konnte am Montag mit dem Bau des Testbretts losgehen. Nach kurzer Durchsprache mit dem Elektriker ging es auch schon ans Entmanteln und Schrauben. Zuerst wurde der Schaltschrank befestigt sowie Lampen und Schalter positioniert. Im Anschluss wurden die KNX-Komponenten im Schaltschrank positioniert und mit der Busleitung verdrahtet/verbunden. Der Vorteil daran: Alle Bus-Komponenten werden einfach nacheinander verbunden. Somit wird das Bus-Kabel von einem zum anderen „Teilnehmer“ weitergereicht. Nur ein Ring darf dabei nicht entstehen. Viel falsch machen kann man dabei eigentlich nicht. Das rote Kabel kommt in die rote Klemme und das gleiche Spiel beim schwarzen Kabel und der schwarzen Klemme.
Von außen bekommt das Testbrett über ein normales Anschlusskabel mit SchuKo-Stecker Strom. Bevor dieser in die Spannungsversorgung geht, wird dieser noch durch den Leistungsschutzschalter gesichert, der alles vor Überspannung schützt. Die Glühlampen werden auch „relativ normal“ verkabelt. Jedoch mit der Ausnahme, dass der Leiter (meistens braunes/schwarzes Kabel bei einem handelsüblichen NYM-Kabel) durch den Schaltaktor geht. Dieser wird nach erfolgreicher Parametrierung den Kanal schließen oder öffnen und somit die einzelnen Glühlampen an oder aus schalten.
Nach ca. drei Stunden verkabeln, bohren, sägen und schrauben war das Grobe erledigt.

Nun kam der spannende Moment: Das erste mal Strom drauf. Alles funktionierte und war richtig verkabelt. Als erster Test wurden die Glühlampen über die Drucktasten direkt am Schaltaktor getestet. Alle drei ließen sich ordentlich schalten. Ein erster Erfolg.

Die nächste halbe Stunde war da nicht ganz so erfolgreich. Zwar war das Testbrett mit der Demo-Version der ETS5 schon vorbereitet, jedoch war das Auffinden der IP-Schnittstelle im lokalen Netzwerk gar nicht mal so einfach. Nach googeln, Lesen der Handbücher des IP-Routers und etwas ausprobieren konnte dann doch eine Verbindung hergestellt werden.

Nun musst für jedes Gerät eine physikalische Adresse vergeben wird. Gesagt getan. Somit ist jeder Teilnehmer auf dem Bus eindeutig identifizierbar. Sollte der Strom ausfallen, bleibt diese physikalische Adresse erhalten, da diese in einem nicht flüchtigen Speicher geschrieben ist. Nun wurden über Gruppenadressen noch die Tasten des Glastasters virtuell mit den Schaltausgängen des Schaltaktors verbunden. Diese sogenannten Applikationsprogramme werden auch in den Geräten gespeichert. Nach weiteren ca. 1,5h war auch dies erledigt.

Somit war es am Ende möglich, alle drei Glühlampen einzeln zu schalten. Der entsprechende Status wird auf dem Glastaster visualisiert. für die Taste „Zentral aus“ lassen sich alle Glühlampen, die an sind, auf einen Schlag ausschalten.

Die nächsten Tage und Wochen wird dann wohl noch viel ausprobiert werden.

Fazit: 4,5 h die sich definitiv gelohnt haben.