Und weiter geht es mit den Hausbesichtigungen…

Uetersen

„Energiesparhaus mit unverbautem Ausblick # Smarthome # von Privat“ – so der Titel der Anzeige bei immoscout. Kurz das Exposé gelesen und mit den eigenen Wünschen abgeglichen und erschrocken, wie sehr sich doch die Eckdaten dieser Immobilie mit unseren Wünschen decken. Also sofort einen Termin vereinbart einen bemaßten Grundriss angefordert.
Vor Ort hatten wir einen sehr angenehmen Termin mit dem Eigentümer. Wir wurden durch das gesamte Haus (sogar bis zum Dachboden) geführt und konnte zu jeglichen Themen fragen stellen. Am Besten hat uns die Lage innerhalb Uetersens gefallen. Am Rande eines Naturschutzgebietes, wo definitiv nicht die Aussicht verbaut werden kann und die Stille, die trotz der zentralen Lage unseren Ansprüchen gerecht wurde. Was uns nur etwas komisch vorkam: Laut Anzeige sollte das Haus 150 m² Fläche haben, die jedoch im Vergleich zu dem Musterhaus in Fünfhausen etwas klein wirkten. Dennoch gingen wir mit einem recht guten Gefühl nach Hause.
Folglich zeichneten wir den Grundriss des Hauses mit dem Online Raumplaner Roomskecher nach und versuchte, unsere Möbel entsprechend zu stellen. Da wurde jedoch schnell deutlich, dass es bei den angegebenen 150 m² des Hauses um die reine Grundfläche handeln muss. Inklusiver sämtlicher Räume für Treppen, Flur und HWR. Laut Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche (Wohnflächenverordnung – WoFlV) zählen diese Räume nicht als Wohnfläche. Auch die Schrägen im Dachgeschoss werden nur teilweise angerechnet. Dem Verkäufer kann man an dieser Stelle keinen Vorwurf machen, da er nur die Fläche angegeben hat ohne die Berechnungsgrundlage. Wahrscheinlich hat das Haus schätzungsweise 120 m² effektive Wohnfläche  gehabt.
Im Endeffekt haben wir dennoch ein Gebot abgegeben, bei dem wir die geringere Fläche und auch die ein oder andere Umbaumaßnahme berücksichtigt haben. Das war dann schon etwas vom gewünschten Kaufpreis entfernt, wobei der Preis Verhandlungsbasis war.
Letztendlich wurden wir überboten und auch dieses Haus war Geschichte.

Elmshorn

In Elmshorn wurde ein 178 m² großer Neubau zum Kauf angeboten. Eine Stadtvilla mit zwei vollen Geschossen. Der Bau war schon soweit fortgeschritten, dass nur noch Böden und Sanitärobjekte fehlten und die Wände hätten geglättet werden müssen. Dieser Neubau ist zwar nur auf 588 m² Grundstück realisiert worden, jedoch durch geschickte Planung auf dem Grundstück so positioniert, dass die zukünftige Gartengröße unseren Ansprüchen gerecht geworden wäre. Die Bilder sprachen uns an und wir vereinbarten einen Besichtigungstermin.
Vor Ort führte uns der Makler durch die einzelnen Räume und gab sämtliche Informationen vom Generalunternehmer an uns weiter. Wie zu erwarten war, sind 178 m² schon eine Hausnummer die entsprechend geräumig wirken. Neben einem fast riesigen Wohn- und Esszimmer gab es einen zusätzlichen Raum jeweils für Küche, Bad und Arbeitszimmer. Auch diese Räume wirkten großzügig. Zuzüglich HWR mit Nebeneingangstür. Im Obergeschoss erwarteten  uns zwei Zimmer mit jeweils ca. 21 m² , ein großzügiges Vollbad sowie ein 24 m² großes Schlafzimmer mit eine separaten Ankleide mit weiteren 8 m². Zu guter letzt ging es auf den Dachboden. Da dann die böse Überraschung: An einem Großteil der Dachbalken bildete sich bereits Schimmel, der schonen einen weißes Pelz hatte. Das hat uns deutlich abgeschreckt.  Woher der Schimmel kam und wie damit verfahren werden kann, konnte uns der Makler nicht sagen. Er würde es an den Generalunternehmer weitergeben. Die Besichtigung neigte sich jedoch sowieso dem Ende.
Als wir am Abend nochmal ganz nüchtern über die Zahlen, Daten und Fakten nachgedacht und auch über das Thema Schimmel übergedacht haben, fassten wir den Entschluss, die Finger von dieser Immobilie zu lassen. Wie wissen nicht, was evtl. schief gegangen ist und was dies für Folgen haben kann.
Kleine Info am Rande: Vier Wochen später wurde das Haus nochmal auf einer anderen Plattform im Netz direkt vom Generalunternehmer angeboten (also ohne Makler, was uns womöglich die Makler-Provision ersparen hätte können). Witz an der Sache: Der Kaufpreis wurde mal eben im 50.000€ reduziert. Wer weiß, warum….

Kayhude

Mal wieder gab es einen Newsletter mit neuen Immobilien mit den gewünschten Eckdaten von den bekannten Immobilienplattformen. Diesmal war ein Haus in Kayhude aus dem Jahr 2014 dabei. Wo ist eigentlich Kayhude? Kurzes googeln: Ah, direkt neben Norderstedt. Lage passt schon mal. Und der Rest: viele unserer Anforderungen passten. Leider war im Erdgeschoss kein zusätzliches Raum für Arbeitszimmer, dafür aber eine Ausbaureserve im Dachgeschoss. Klingt also alles verlockend und wir vereinbarten einen Termin.

Vor Ort führte uns dann der Makler ohne die Eigentümer mal wieder durch das gesamte Haus. Wir hatten Zeit, um alles zu inspizieren und auf uns wirken zu lassen. Wir waren sehr angetan von den vielen Kleinigkeiten, die in diesem Haus schon beachtet wurden und welche wir selber mal beim Bauen berücksichtigen wollten. Das fängt an bei dem direkt mit dem Haus verbunden Doppelcarport (ja, ein Carport, keine Doppelgarage, aber immer was für die Autos) mit Nebeneingangstür, über Steckdosen in den Fensterleibungen bis hin zu einem Ausgussbecken im HWR. Und mal eben ganze 26 Steckdosen allein im Wohnzimmer für alle möglichen Situationen. So ging es von Raum zu Raum und das Schnunzeln in unserem Gesicht wurde immer größer. Nach ca. 1,5h Besichtigung standen schon die nächsten Interessenten vor der Tür. Dem Makler konnten wir entlocken, dass sich die vorherigen Interessenten auch sehr wohl fühlten. Daher würden wir bei einer Entscheidung für das Haus, wohl nicht die einzigen sein. Wir fragten demnach, was dann ausschlaggebend für den Zuschlag sei. Der Makler teilte uns mit, dass es da stumpf danach gehe, wer zuerst eine Finanzierungsbestätigung für die Kaufsumme vorlegen kann. Das nahmen wir so mit nach Hause.

Zu Hause angekommen überlegten wir nun hin und her. Telefonierten mit Freunden und Familie und machten uns zahlreiche Gedanken. Ja, es fehlt ein Raum im Erdgeschoss. Die 531 m² Grundstück sind eigentlich auch weniger als wir wollten. Diese waren aber gut ausgenutzt und das Arbeitszimmer hätten wir im Dachgeschoss realisieren können. Also GO! Reservieren ist ja noch nicht gekauft und Absagen kann man immer noch. Also kurzfristig alle Hebel in Bewegung gesetzt, sodass wir noch am Montag Vormittag eine Finanzierungsbestätigung beim Makler vorlegen konnten. Somit waren wir auf der Poleposition. Juhu!

Bei der zweiten Besichtigung versuchten wir alles nochmal ganz nüchtern zu betrachten und auch etwaige Mängel zu entdecken. Hier und da sind uns Kleinigkeiten aufgefallen, die aber mit etwas Farbe zu heben waren. Zwei Punkte machten und jedoch etwas mehr Bauchschmerzen. Zum einen die doch relativ deutlich hörbaren Flugzeuge und die vorbeilaufende Bundesstraße und zum anderen die „Erschließung“ des Dachgeschosses für das zukünftige Arbeitszimmer. Da hätten wir ein Raumspartreppe installieren müssen, mit der man jedoch dann im Obergeschoss eine Treppe neben der Treppe hätte. Das macht den Flur irgendwie kaputt und sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt. Was machen wir denn nun?

Also ein drittes mal vor Ort gewesen – aber ohne Makler. Nach einigen Spaziergängen durch die Siedlung konnten wir uns nicht so richtig damit anfreunden, permanent die Flugzeuge und das Rauschen der Bundesstraße zu hören. Ebenso fehlt halt der zusätzliche Raum im Erdgeschoss, sodass wir uns tatsächlich gegen dieses Haus entschieden haben.

 

Artikelbild: Thorben Wengert / pixelio.de