Nein wir sind hier nicht beim Schuh des Manitu, dennoch kamen es uns in den letzten Wochen und Monaten bald so vor. Wir wagen es mal in den Raum zu stellen, dass es bei jedem Bauvorhaben Höhen und Tiefen gibt. Die wenigsten Bauvorhaben werden wirklich rein „ohne Probleme“ ablaufen. Verschiedene Dinge stimmten uns dennoch etwas unzufrieden, weshalb wir vorsichtshalber mal den Klappstuhl ausgegraben.
Doch wie kam es dazu:

Was bisher geschah

Seit dem 16.11.2017 waren für einen Baustart alle Voraussetzungen wie Bauwasser, Baustrom und die Erdarbeiten geschaffen. Auch hielten wir Firma Roth immer auf Stand und kommunizierten immer sämtliche Termine, wann was passiert, sodass wir auf einen baldigen Start hoffen konnten. Wie im Verkaufs-Gespräch immer wieder erwähnt und auch im Vertrag festgehalten, fängt Firma Roth binnen 30 (Werk-) Tage an zu bauen. Das wäre Mitte Dezember gewesen. Denkste. Leider gingen die eigentlichen Arbeiten dann erst am 12. Januar 2018 los. Für einen baldigen Start sprach auch unsere Bauanzeige, bei welcher nach 4 Wochen ohne Widerspruch offiziell losgelegt werden darf. Ebenso haben wir im Nachgang noch erfahren, dass die Unterlagen für unser Bauvorhaben auch erst im Januar zum zuständigen Rohbauer geschickt wurden. Kein Wunder, warum nichts passierte, obwohl der Dezember sehr milde und das Bauen tatsächlich gut möglich war.
Dann dauerte es ziemlich lange, bis wir eine Gewerkliste und einen Bauzeitplan bekommen haben. Die Gewerkeliste war leider nicht ganz fehlerfrei und auch die Kontaktdaten zu den zuständigen Firmen waren etwas spärlich. Auf einzelne Nachfragen bei der Gewerken teilten diese uns teilweise mit, dass sie unser Bauvorhaben gar nicht realisieren wollen (derzeit wird sehr viel gebaut, die Auftragsbücher der Handwerker sind entsprechend voll oder wegen Wohlstand geschlossen 🙂 ). Auf Nachfrage in der Zentrale von Roth Massivhaus in Berlin wusste da nur leider keiner Bescheid. Wer weiß wann da jemand eine Rückmeldung gegeben hätte, wenn wir nicht nachgefragt hätten…

Da im Nachbarort ebenfalls mit Roth Massivhaus gebaut wurde und wir deren Listen freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen haben, hatten wir auch entsprechende Erwartungen an unseren Bauzeitplan. Statt eines Gantt-Diagramms erhielten wir auch hier nur eine spärliche Liste, was in welcher KW passieren sollte. Enge Taktung der Gewerke: Fehlanzeige. Seitens Roth ist man angehalten, die vereinbarte Bauzeit (in unserem Fall 8 Monate) entsprechend einzuhalten. Da wir über den Winter bauen, erwarteten wir einen eingeplanten Puffer. Dies war leider nicht der Fall.
Dann kam der Frost. Dafür kann keiner was. Jedoch wurden dadurch 4 Wochen Stillstand auf der Baustelle verursacht. 4 sehr lange Wochen für uns. Als dann die Temperaturen das Bauen wieder zuließen, passierte wieder nichts. Keiner wollte/konnte uns informieren. Auch dem mehrmaligen Bitten nach einer korrigierten Gewerkeliste und einem neuen Bauzeitenplan wurde kein Gehört geschenkt. Wir wussten also nicht ob und wann es weitergeht und wie mit der „verlorenen“ Zeit umgegangen wird. Wenn man dann über andere Baublogs über Roth Massivhaus erfährt, dass die Baugenehmigung da ist und eine Woche später die Bagger rollten, sowie bei einer vereinbarten Bauzeit von 7 Monaten sportlich auf 6 Monate geplant wird, fühlt man sich als Bauherr zweiter Klasse – warum geht es bei anderen und nicht bei uns?

Das Gespräch

Unser Bauleiter hüllte sich weiter in Schweigen. Nach Rücksprache mit dem Verkaufsberater haben wir uns an den Oberbauleiter gewendet. Auch da kam erstmal eine Woche lang keine Antwort zurück. Währenddessen wurde dann binnen 2 Tagen unser gesamtes Erdgeschoss erstellt (immerhin). Würden wir mit dem Rohbauer nicht selbst in Kontakt stehen, hätten wir davon gar nichts mitbekommen. Dann kam Meldung aus Berlin:
In einem einstündigen Telefonat machte sich der Bauherr ordentlich Luft und verdeutlichte unsere Unzufriedenheit. Seiten Roth Massivhaus wurde, sagen wir mal „sehr entspannt“ reagiert. Es wurde bestätigt, dass nicht binnen 30 Tagen angefangen wurde (oh Wunder!, das haben wir auch gemerkt) dies aber nicht wirklich Konsequenzen hat (schade). Da wir keinen Winterbau vereinbart haben, müssen wir uns auch gar nicht so anstellen, dass es nicht weitergeht. Im Vertrag stehen 8 Monate und die werden auch so geplant. Dennoch betonten wir, dass wir diese Misere gar nicht hätten, wenn doch im November noch angefangen worden wäre. Wir haben schließlich nicht zum Spaß alles in so kurzer Zeit organisiert.
Ein weiterer ausführlich und vom ersten Gespräch an diskutierter Punkt war das Thema Elektroarbeiten. Da die seitens Roth vorgestellten Elektriker beide unser Vorhaben nicht realisieren wollten (Nummer 1 hat nach ganzen 5 Wochen es geschafft uns auf nachfrage mitzuteilen, dass er es aus „Kapazitätsgründen“ nicht schafft, Nummer 2 war es zu viel Planungsausfwand und das Thema  ergänzende Eigenleistungen durch die Bauherren ein absolutes NoGo) war auch hier offen, wie es weitergeht. Die Gutschrift für unser Einfamilienhaus mit knapp 160 qm Wohnfläche war ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn nicht sogar eine Frechheit. Mit der Summe bekommen wir nicht mal ein Stockwerk ausgestattet und sowas nennt sich Grundausstattung.
Nach ca. 60 Minuten musste das Gespräch dann auch beendet werden, da der Oberbauleiter noch Termine habe. 2 Tage später sollte das Telefonat fortgeführt werden.

2 Tage später

Wir haben scheinbar einen Stein ins Rollen gebracht. Relativ zeitnah nach dem ersten Gespräch meldet sich auch unser Bauleiter endlich mal zu Wort. Wir haben nun einen überarbeiteten Bauzeitenplan und eine vollständige Gewerkeliste. Korrigiert und mit den nun beauftragten Gewerken. Zu unserer Freunde (und vermutliche durch unseren Aufschrei verursacht) kommt uns Firma Roth Massivhaus aus Kulanz entgegen und hat den entsprechenden Bauzeitenplan gestrafft. Die verlorenen 4 Wochen durch Frost werden nicht hinten angehangen, sondern die Gewerke dichter getaktet (geht also doch!). So bleibt es weiter bei der angestrebten Übergabe Mitte/Ende August. Hoffen wir mal, dass es auch so bleibt und keine weiteren Verzögerungen gibt.
In der Zwischenzeit haben wir auch einen fähigen Elektriker gefunden, der mit Spontanität glänzt, Up-to-Date bezüglich der Technik ist und auch das Thema Eigenleistung der Bauherren kein rotes Tuch ist. Nach einem ersten Kennenlernen haben wir hier ein gutes Gefühl den richtigen gefunden zu haben. Die Gutschrift für das Elektro-Gewerk konnte wenigstens noch etwas nach oben korrigiert werden. Zwar nicht die Welt, aber immerhin etwas.

Fazit

Wir haben den Klappstuhl wieder vergraben. Die Wogen haben sich wieder geglättet und wir schauen positiv in die Zukunft. Dennoch war es unserer Meinung nach richtig, einmal den Lauten zu machen. Bezüglich Kommunikation muss Firma Roth definitiv noch etwas an sich arbeiten. Wir denken, dass wir aktuell wieder auf Kurs sind. Hoffen wir, dass es auch so bleibt.

Bildquelle: https://goo.gl/images/ajBtHk