… und das nicht nur aus Überzeugung. Die Meinungen gehen beim Thema Photovoltaik sehr auseinander. Wir haben uns unsere eigenen Gedanken dazu gemacht und unser Bauchgefühl wurde bestätigt. Hier ein Abriss zu den Gedanken und welche Angebote wir haben.

Lohnt sich das?

Wir sind der Meinung: ja! Die Preise für ein „Kilowatt peak“ (Nenngröße für die PV-Anlage)  sind seit Jahren am Fallen und mittlerweile auf einem durchaus erschwinglichen Niveau. Die Preise sind mittlerweile so weit gesunken, dass diese nicht weiter so stark fallen können oder sich, wie im Vergleich zu 2009, halbieren können.
Zwar ist auch die entsprechende Einspeisevergütung/Subvention vom Staat gesunken, was aber damit logischerweise einher geht. Daher lohnen sich PV-Anlagen mittlerweile nicht mehr als reine Geldanlage, mit der ein gewisse Rendite erzielt werden soll, sondern eher als Mittel, um die monatlichen Kosten zu senken und etwas unabhängiger von den Strompreisen zu werden. Das Stichwort lautet hier Eigenverbrauch.

Weitere Punkte, die für eine PV-Anlage sprechen: Wir…

  • … produzieren unseren eigenen grünen Strom
  • … kaufen weniger Strom von irgendwelchen renditegierigen Konzernen
  • … senken unsere Stromrechnung und damit auch die monatliche Belastung
  • … sichern uns eine gewisse Unabhängigkeit, zum Beispiel in Bezug auf steigende Strompreise
  • … bekommen die nächsten 20 Jahre garantiert 12,2 ct pro kWh, die wir in das öffentliche Netz einspeisen
  • … können den produzierten Strom durch die Luft-Wasser-Wärmepumpe sowohl für die Warmwasseraufbereitung als auch die Heizung nutzen
  • … zahlen keine EEG-Umlage, wenn wir unter 10 kWp bleiben

 

Neben diesen Aspekten, hatten wir die PV-Anlage auch während der Planung unseres Hauses mit beachtet. Daher haben wir für unsere Anlage recht gute Bedingungen, was die Ausrichtung der künftige Anlage angeht. Unser First geht von Ost nach West (oder West nach Ost). Daher ist die Hälfte unseres Daches nahezu voll auf Süden ausgerichtet. die Abweichung nach „100%“ Süden beträgt lediglich ca. 5  Grad bei einer Dachneigung von 45 Grad (laut Recherche währen 35 Grad Dachneigung perfekt, jedoch ist die geringere Ausbeute/Nachteil vernachlässigbar) . Auf der Fläche haben wir lediglich ein Dachflächenfenster, das ziemlich mittig positioniert ist. Der Schornstein und der damit verbundene Austritt für den Schornsteinfeger liegen sehr nahe am First und beeinflussen daher die verfügbare Fläche von ca. 65 m² nur gering. Verschattungen haben wir auch keine, da auf unserem Grundstück keine Bäume sind. Die Bäume auf der anderen Straßenseite sind weit genug entfernt und unser Haus ist hoch genug. Mit diesen Parametern sind wir in die Angebotsphase eingestiegen und haben diese in ein Vergleichsportal eingegeben, um konkrete Angebote zu erhalten. Offen war dabei das Thema Speicher.  Am Ende hatten wir die Auswahl zwischen 6 Anbietern:

EON

Von EON haben wir 3 Wochen lange nichts gehört. Erst als wir dann telefonisch nachgefragt haben, wurde uns ein Angebot unterbreitet. Ebenso wurde alle Parameter nochmal erneut abgefragt und auf Übereinstimmung geprüft. Das Angebot war leider nicht die Wucht. Neben schwachen Modulen, erhielten wir nur Datenblätter zu den geplanten Komponenten wie Modul, Wechselrichter und Montagesystem. EON warf auch seine eigene Cloud-Lösung in den Ring. Damit soll es möglich sein, sinngemäß sich im ertragreichen Sommer ein Guthaben aufzubauen, dass man im ertragsschwächeren Winter verbrauchen kann. Die monatlichen Kosten hierzu waren leider recht teuer. In Kombination mit einem Angebot ohne Wirtschaftlichkeitsberechnung etc. war EON somit schon wieder raus.

Lichblick – Nordic Solar

Von Lichtblick erhielten wir zeitnah einen Rückruf. Nach Durchsprache der Eckdaten haben wir auch hier über das Thema Speicher und Cloud gesprochen. Die ersten groben Preise zur Orientierung versprachen viel. Nach dem Telefonat würde sich dann der lokale Partner vor Ort, in diesem Fall Nordic Solar, melden. Kurze Zeit später geschah das auch. Leider wurden wir dann bzgl. der Preise auf den Boden der Tatsachen geholt. Zuvor wurde uns wohl zu viel versprochen. Das Angebot für PV-Anlage und Speicher lag leider 60% über unserem Budget. Auch die angepriesene Cloud-Lösung entsprach nicht dem, was wir uns vorgestellt hatten.
Losgelöst von Lichtblick erhielten wir noch ein Angebot direkt von Nordic Solar ohne Speicher. Dies war schon deutlich besser. Auch hier fehlte eine Art Wirtschaftlichkeitsberechnung, jedoch wurde uns in einer Übersicht aufgezeigt, welche Kosten für Energie wir wohl in den nächsten 25-30 Jahren haben werden. Hier hatten wir nun gute Eckdaten für einen Vergleich bzgl. Preis wo kWp und welche Module zum Einsatz kommen.

Suderburg & Dreyer

Dieses Beratungsbüro für Energiekonzepte meldete sich auch zeitnah und prüfte die übermittelten Eckdaten. Scheinbar ist das der Standard, dass alles geprüft wird. Hier erhielten wir ein Angebot samt Speicher, das voll in unserem Budget-Rahmen lag. Neben monokristallinen Modulen in schwarz, stimmten hier die Eckdaten soweit. Die Anlage war mit geplanten Verbrauch von künftig 5.500 kWh für Heizung und Haushalt gut dimensioniert mit 5,8 kWp und einem Speicher von Senec mit 5kWh. Die reine PV-Anlage hatte einen super Preis! Zum ersten Mal wurde eine konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnung beigefügt, aus der der geschätzte Ertrag, die Kosten pro kWh Speicher und Erzeugung dargestellt wurden und welcher Betrag, unter Berücksichtigung von Wartung, Versicherung und Verschleiß, in den nächsten Jahren erwirtschaftet werden kann. Alle anderen Anbieter hatten somit ein Angebot, dass es zu toppen gilt.

Vattenfall

Telefonat und das übliche Prozedere. Das kennen wir ja nun schon. Doch hier wurde von Anfang an von einem Speicher abgeraten. Die Preise sind zwar am sinken, jedoch ist da noch Luft nach unten. Später Nachrüsten wäre da die schlauere Alternative. Ebenso wurde von Cloud-Lösungen abgeraten. Denn hier wird durch das mögliche mehrmalige Laden des Akkus pro Tag der Verschleiß erhöht, weshalb Vattenfall hier kein Modell anbietet. Innerhalb kurzer Zeit erhielten wir ein Angebot mit stimmigen Eckdaten. Jedoch fehlte auch hier eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Es gab nur Eckdaten mit vereinheitlichten Annahmen bezogen aus ganz Deutschland. Es ist zwar schön zu sehen, wie viel wir insgesamt  produzieren und durch Eigenverbrauch sparen könnten, jedoch wären wir auch hier an eine nachvollziehbaren Berechnung interessiert gewesen. Der Preis war angemessen. Letze Woche erhielten wir noch ein korrigiertes Angebot, bei dem der Preis durch neue Konditionen nochmal um ca. 1.000€ gesenkt werden konnte. Durch die anderen Wirtschaftlichkeitsberechnung der anderen Anbieter konnten wir die Zahlen teilweise nachvollziehen und kamen zu dem Ergebnis, dass Vattenfall noch im Rennen ist.

ZOLAR

Mit Zolar telefonierten wir über eine Stunde. Sämtliche Fragen rund und das Thema konnten geklärt werden und viele Informationen wurden übermittelt. Durch den sehr guten Online-Konfigurator konnte sämtliche Kombinationen von Wechselrichtern, Modulen, Speichern und zusätzlichen Optionen wir „Smarthome-Manager“ verschieden Größen kombiniert werden. Das schöne dabei: Nach jeder Anpassung hatte man direkt einen Preis und konnte entsprechend korrigieren. Somit war es möglich, die anderen Preise der Konkurrenz besser vergleichen zu können und zu schauen, wo die Aufschläge und Margen sind. Mit dem Konfigurator hat sich Zolar sehr viel mühe geben! Das Angebot war angemessen. Leider gab es auch hier nur grobe Fakten und verallgemeinerte Eckdaten zu Wirtschaftlichkeitsberechnung.

idealstrom

Ein kleines Unternehmen 20 km von Wulfsen entfernt. Da wir genau in der Urlaubszeit angefragt hatten, erhielten wir hier erst relativ spät ein Angebot. Das erste Angebot war mit Speicher und Cloud-Lösung. Leider doppelt so teuer, wie es unser Geldbeutel/Budget hergeben sollte. Also war recht schnell klar, dass der Speicher definitiv aus dem Angebot muss. Die korrigierte Version des Angebots ohne Speicher versprach da schon viel mehr. Dabei war die reine PV-Anlage recht groß dimensioniert. Stolze 9,6 kWp sollten unser Dach schmücken. Zusätzlich muss erwähnt werden, dass das Thema Speicher später mal interessant werden könnte und wir auch gegenüber einem Elektro-Auto nicht abgeneigt sind. Demnach sollten wir lieber jetzt etwas größer denken, damit wir später keine „Probleme“ bekommen, wie zum Beispiel das bei Aufrüstung der Analge ein größerer Wechselrichter erforderlich wäre etc. Auch hier erhielten wir ein All-Inclusiv Paket was Aufbau, Montage und Anmeldung anging. Der Preis war gut und auch die verbauten Komponenten kannten wir schon aus anderen Angeboten.

 

Das Ende vom Lied

Nun haben wir 6 verschiedene Angebot erhalten. Mehr oder minder gut. Mit und ohne Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die Angebote, bei denen diese fehlten haben wir mit unserem gefährlichen Halbwissen versucht nachzuvollziehen, wie die Anbieter zu den prophezeiten Zahlen gekommen sind. EON schied somit als erstes aus. Bleiben leider noch 5 Angebote, zwischen denen wir uns entscheiden müssen.
Also schauen wir auf die verbauten Komponenten, Hersteller und deren Garantien sowie Zusatzleistungen. Natürlich ist auch der Preis pro kWp ausschlaggebend. Wobei hier interessant ist, dass die Preise mit Speicher pro kWp geringer sind als ohne. Das Ergebnis, gibts im nächsten Post 🙂

 

Artikelbild: TR  / pixelio.de