Das Thema Elektrik ist kein einfaches, wie wir feststellen durften. Ok, dass es nicht einfach wird, bei den ganzen Sonderwünschen die wir haben, war uns im Voraus bewusst. Dass es jedoch so eine solche Herausforderung wird – hatten wir nicht geahnt. Da sich der Bauherr in zahlreichen Foren tummelt, kam auch das Thema Beleuchtung zu sprechen. Die bisher konsultierten Elektriker rieten alle von einer 24-Volt-Konstantspannung ab. Einerseits weil die Netzteile angeblich nicht langlebig sind, zum anderen, weil diese Art der Beleuchtung ihnen völlig neu war. Nach einem Post im Forum, wurden mir folgende Vor- und Nachteile genannt:

Gegenüberstellung 230V Retrofit versus 24V (Voltus-) Spots

  • 230V Retrofit sind ineffizienter (ca. 25% Trafoverluste bei 5W)
  • 230V Retrofit haben eine deutlich kürzere Lebensdauer der LED durch ca. 25% mehr Abwärme (Trafoverluste)
  • Häufig sterben die internen Netzteile vor der LED
  • Häufig wechselnde Farbwahrnehmung (Abweichung von der Schwarzkurve) bei Chargenwechsel
  • Nicht annähernd so gut dimmbar und vor allem ohne Ausprobieren, ergo kein planbares Dimmverhalten
  • Negativ-Beispiel aus der „de“ Fachzeitschrift: ein Durchlauferhitzer lässt alle Retrofit flackern
  • Hohe Einschaltströme bei 230V Retrofit

Ok, das spricht jetzt ziemlich eindeutig für 24V-Spots. Auch die Meinungen anderer Diskussionsteilnehmer ließen durchblicken, dass wir in einem Neubau wohl doch ruhig auf 24V-Konstantspannung gehen sollten. Um uns ein persönliches Bild von der ganzen Materie machen zu können, vereinbarten wir bei Voltus in Bad Schwartau eine Art Demo-Termin. Die Terminfindung ließ sich sehr unkompliziert via Facebook organisieren.

 

Zu besuch bei Voltus

 

Vor Ort angekommen, wurden wir freundlich durch einen Mitarbeiter begrüßt. Dann konnten wir unsere Pläne, Ideen und Fragen stellen und es ergab sich eine rege Diskussion. Dabei sprachen wir generell über das Thema Beleuchtung, über mögliche Ideen zur Platzierung der Spots, wie auch über die allgemeine Planung. Richtig spannend wurde dann die Live-Demo. Dort konnten wir uns von einem nahtlosen Dimm-Verhalten überzeugen. Von 1 bis 100% lassen sich die Spots dimmen ohne auch nur ein einziges Flackern. Sogar soweit runter, dass man fast nicht mehr gesehen hat, dass der Spot überhaupt noch an ist. Auch über die verschiedenen Farbtemperaturen konnten wir uns aufschlauen lassen.

Dabei sieht man im ersten Bild einen Spot mit einer Farbtemberatur von 3300K und im Zweiten mit 2850K. Auf Bild drei habe ich versucht, beide im direkten Vergleich zu sehen. Leider kommt es auf dem Bild nicht ansatzweise wie in echt rüber.

So konnten wir nun einschätzen, welche Farbtemperatur wie wirkt und wo diese bei uns dann im Haus zum Einsatz kommen kann.

Richtig toll fand die Bauherrin die Deep Tunable White Spots. Bei diesen Spots hat man die Möglichkeit, die Farbtemperatur nach Belieben von „warmen“ 2000K bis hin zu „kalten“ 6500K einzustellen. Zum Glück gibt es davon ein Video direkt von Voltus, denn auf einem Bild, kann man das schlecht festhalten:

Nun noch etwas Technisches dazu: Wie betreibe ich den ganzen Kram bzw. wieviele Spots kann ich wie betreiben? Wenn ich als Laie richtig informiert bin, ist der Aufbau im Haus bei einer zentralen Versorgung dann wie folgt:

Im Verteiler habe ich ein entsprechendes Netzteil mit X Watt, an dem 230 Volt angeschlossen sind. Aus diesem kommen dann feine 24 Volt (U = Spannung) Konstantspannung. Zum Dimmen brauche ich dann noch einen LED-Kontroller wie zum Beispiel den AKD-0424R.02 von MDT. Dieser hat 4 Kanäle auf denen ich pro Kanal eine Stromstärke von 4 Ampere (I = Stromstärke) haben kann.

Was sagt mir das jetzt? Mit der mir bekannten Spannung U und Stromstärke I kann ich nun die Leistung berechnen. Wir erinnern uns an den Physikunterricht und uns fällt natürlich sofort ein, dass die Leistung P (in Watt) sich aus P = U x I berechnet 🙂

Macht also P = 24V x 4 A = 96 Watt. Mit diesen 96 Watt kann ich also 16 Spots mit 6 Watt (96 Watt durch 6 Watt pro Spot = 16) oder 12 Spots mit jeweils 8 Watt pro Kanal betreiben. Gut, dass der LED-Controller 4 Kanäle hat 🙂  Demnach müsste das Netzteil also ca. 400 Watt haben und ich könnte maximal 64 Spots (geschaltet in 4 Gruppen a 16 Spots) daran mit 6 Watt betreiben.
(Details zur Berechnung, kann euch sicher der Elektriker dann sagen, da hier irgendwelche Verluste völlig außer Acht gelassen wurden). Das klingt doch super!

Bei den Deep Tunale White Spots sieht es ähnlich aus. Nur dass ich hier 2 Kanäle zum Dimmen brauch. Warum? Weil dort pro Spot zwei LED-Chips verbaut sind und ich beide jeweils mit einem Kanal dimmen muss.

 

Präsenzmelder Aufputz montieren

 

Noch ein Problem, dass dem Bauherren während der Planung aufgefallen ist. Da die Erdgeschossdecke aus Fertigbetonelementen sein wird, und Betondosen zu teuer waren, müssen die Präsenzmelder wie auch die Spots aufputz montiert werden. Für die Spots habe ich mittlerweile auch passende Gehäuse gefunden. Nur wie wir die Präsenzmelder befestigten, war noch nicht klar. Denn aus der Decke wird wohl nur die Grüne Leitung kommen und im Gehäuse des Melders ist kein Platz für ein zusätzliches Kabel. Nur gut, dass es hierfür einen Aufputzrahmen gibt, für genau solche Situationen. Aber seht selbst:

Der Auputzrahmen ist selbst nur ca. 1,5 cm stark. Das ist völlig ausreichend für die Verkablung. Die Bauherrin nickte die Variante für den einfacheren Präsenzmelder von MDT hinsichtlich der optischen Kriterien ab. Dieser wird dann wohl im Erdgeschoss zum Einsatz kommen. Im Obergeschoss werden wir eine Decke aus Trockenbau haben. Hier können wir auch den etwas schickeren Glas-Präsenzmelder nutzen und brauchen somit keinen Auputzrahmen, da wir dort einfach eine Dose in die Decke setzen können.

 

PS: Dieser Beitrag ist nicht von Voltus vergütet oder gesponsert wurden und soll keine Werbung darstellen. Uns gefallen die Spots wirklich.