Diese Woche begann recht vielversprechend. Der Trockenbauer, welcher vor einigen Wochen die Dämmung des Obergeschosses sowie die Dampfsperre montiert hatte,war wieder mit seinem Wohnwagen angereist und übernachtet in diesem direkt an der Baustelle. Am Montagabend durfte der Bauherr auch direkt beim hochhieven der 2,50 m langen Gipskartonplatten durch das Treppenhaus mit anfassen. Die restlichen Vorarbeiten hatte der Trockenbauer schon erledigt, wodurch er gleich die ersten Platten an den Decken verschrauben konnte. Anhand unserer Zeichnungen konnte er innerhalb der Woche auch schon die Trockenbauelemente um die Dusche, hinter der Toilette sowie den an den Waschtischen anbringen. Bis zum Ende der Woche waren alle Decken und Schrägen, sowie einige Seitenwände fertiggestellt. Nachdem die Bodeneinschubtreppe montiert wurde, fand am Donnerstag auch spontan der Blower-Door-Test statt. Nachdem wir lange gefragt haben, wann dieser denn endlich durchgeführt wird, bekamen wir dann nur die Info, dass es nun schon passiert sei. Und das, obwohl wir zu dem Zeitpunkt nicht einmal eine Nebeneingangstür hatten…
Dieser Test dient der Dichtigkeitsprüfung des Hauses. Dafür werden alle Fenster und Türen geschlossen und ein Ventilator, welcher in der Hauseingangstür eingebaut wird, zieht die Luft aus dem Gebäude. Dadurch wird ein Unterdruck im Haus erzeugt. Es wird gemessen, wie oft das Luftvolumen innerhalb einer Stunde durch die noch vorhandenen Löcher und Ritzen (welche z. B. bei einem Materialwechsel unvermeidbar entstehen) ausgetauscht wird. Dieser Wert darf bei einem Wohnhaus mit Lüftungsanlage nicht über 1,50/h liegen. Mit einem fantastischen Ergebnis von unter 0,9/h liegt unser Haus somit voll im grünen Bereich und wir waren voller Lob auf die gute Arbeit.
Es sei erwähnt, dass unser Trockenbauer scheinbar in Berlin nach dem Test gefragt hat, da er noch vor Ort ist und somit die Möglichkeit hat, zu korrigieren. Unser Bauleiter hüllte sich leider wieder in Schweigen zu dem Test und der Ausführung.

Unerfreulicher waren die unvermeidlichen Schaufel-Aktionen, welche uns der immer noch mitten in der Einfahrt liegende Kies der Estrichleger bereitete. An drei Tagen in der Woche haben wir in Eigenleistung mehrere Tonnen Kies schubkarrenweise aus der Einfahrt neben das Haus bewegt. Dies musste unter anderem für die neue Anlieferung von Sand für den Maurer erledigt werden. Nach Rücksprache mit dem Bauleiter wurde uns auch versichert, dass der Kies in unser Eigentum übergegangen ist. Fraglich ist noch, wann die zwei übrigen Paletten Zement abgeholt werden, da diese scheinbar falsch geliefert wurden.
Auch wieder eine überflüssig Handlung für uns. Warum? Lediglich ein Auto passte noch in die Einfahrt. Alle anderen parkten dann natürlich auf dem Grundstück des Nachbarn, der natürlich hellauf begeistert war. Wären wir auch, wenn unser Grundstück zum Parkplatz gemacht werden würde. Seitens Roth Massivhaus kümmert sich leider niemand darum. Auch das überflüssige Material vom Rohbauer dekoriert auch seit Wochen unser Grundstück.

Mitte der Woche ist uns dann der Geduldsfaden für den Rohbauer gerissen. Nachdem uns letzte Woche und auch am Dienstag versichert wurde, dass der Maurer für die Klinkerarbeiten endlich Unterstützung erhalten sollte und diese am Mittwoch nicht eingetroffen ist, haben wir uns an den Oberbauleiter in Berlin gewandt. Hintergrund zu unserem „drängen“ ist: Das Aufheizprogramm für den Estrich kann nur starten, wenn die Heizung aufgebaut und angeschlossen ist. Dies kann im HWR dank der ersten verlegten Fliesen jetzt auch geschehen. Was bisher leider niemand bedacht hat ist, dass die Heizung eine Außeneinheit hat. Diese muss auf einem Fundament aufgestellt werden. Das Fundament kann allerdings erst gegossen werden, wenn das Gerüst abgebaut wurde. Das Gerüst wiederum kann erst abgebaut werden, wenn die Klinker-Arbeiten, das Verfugen des Klinkers sowie die Erstellung des Dachunterstandes abgeschlossen sind. Genau da beisst sich die Katze in den Schwanz. So lange der Maurer schön piano weiter mauert, kann also das Aufheizprogramm für den Estrich nicht starten. Wir waren darüber mehr als „not amused“. Hier liegt definitiv  (wieder) ein Koordinationsfehler vor, auf den wir schon seit Wochen hinweisen. Vertröstet wurden wir immer mit einem „machen Sie sich keinen Sorgen. Innen- und Außenbau kann doch getrennt voneinander weiter laufen“. Bis zu einem gewissen Grad schon, jedoch nicht dauerhaft.
Zumindest konnten wir uns in Berlin Luft machen und haben innerhalb von wenigen Stunden eine E-Mail mit der Bestätigung erhalten, dass nächste Woche Freitag die Klinkerarbeiten „fertig“ sein sollen. Auf Nachfrage was „fertig“ bedeutet (ob nur gemauert, oder auch schon verfugt) haben wir leider noch keine Antwort erhalten. Wir sind da mehr als gespannt und glauben erst am Freitag, ob und wie weit die Klinkerarbeiten vorangeschritten sind.