Diese Woche war es nun so weit. Nach einigen Überlegungen, ob wir mit der Haus-Planung starten sollten, obwohl wir mit dem Grundstückskauf immer noch nicht weiter sind (trotz fast wöchentlichen Kontakt mit der Gemeinde und immer fort laufenden Vertröstungen auf die kommenden Wochen) haben wir uns für die proaktive Variante entschieden. Wir waren vorerst noch skeptisch, da wir befürchteten die Kosten für die Planung selbst tragen zu müssen, auch wenn der Grundstückskauf doch nicht zu Stande kommt. Von einem Juristen wurde uns allerdings bestätigt, dass wir ein vorvertragliches Verhältnis mit der Gemeinde durch die schriftliche Grundstücks-Reservierung eingegangen sind. Wir hätten gegenüber der Gemeinde Schadensersatzansprüche, sollte diese aus welchen Gründen auch immer doch nicht an uns verkaufen wollen.

In den letzten Wochen und Monaten hatten wir uns schon an dem ein und anderen Wochenende Gedanken um die Raumaufteilung und Planung der Zimmer gemacht und zig verschiedene Varianten gezeichnet. Da Judith als CAD-Konstrukteurin mit der Thematik Gebäudeplanung und Bauen an sich (wenn auch in anderem Umfang und weniger im architektonischen Sinne) zu tun hat, war das Zeichnen von unserem Traumhaus kein Problem und wir hatten für den Termin mit der Architektin schon fertige Grundrisse, die wir ihr zur Verfügung stellen konnten. Wir dachten, dass wir damit schon mal den Turbo für die Entwurfsplanung eingelegt hatten. Schließlich wussten wir schon welches Zimmer wo sein sollte, wo die Türen, Fenster (mit einem ausgeprägtem Maß an Symmetrie), das Heimkino mit dem großen Sofa, der Essplatz mit einem großen Tisch und Sitzplätzen für 4-8 Leute, die Kürcheninsel mit dem Platz für einen Side-by-Side-Kühlschrank und auch die Badezimmeraufteilung im Obergeschoss mit dem Doppelwaschbecken, sowie auch der begehbare Kleiderschrank mit diversen Schränken ausgeführt werden sollte.

Per Mail haben wir der Architektin unsere Pläne zugesendet und wurden gleich zu einem Termin zwei Tage später eingeladen. Wir sollten uns drei bis fünf Stunden für den Termin Zeit nehmen. Nach unserer Vorleistung dachten wir, dass wir wohl ehr nur drei Stunden brauchen würden, da wir deutlich mehr als eine geforderte Handskizze und Ideen geliefert hatten. Naja… dachten wir. Nach fünfeinhalb Stunden war nicht nur der Entwurf, sondern auch wir ziemlich fertig. So kann es nun mal gehen… aber alles halb so wild. Es hat ja auch Spaß gemacht.

Zu Beginn gab es das wohl übliche, ziemlich trockene und schriftlich festzuhaltende:

  • Visitenkarten-Memori (der Architektin und Projektleiter für Wohngesundheit)
  • Checkliste und was wir noch alles an Unterlagen und Kontakten zu besorgen haben
  • Gutschein für Küchenplaner
  • Hinweis zur Abtretungserklärung bei der Finanzierungsbestätigung
  • Nachreichen des Eigentumsnachweises für das Grundstück (darauf warten wir selber sehnsüchtig! Ohne Grundstück kann es einfach nicht weiter gehen)
  • Garantie für ein schadstoffgeprüftes Haus. Hier wurde eine Unterschrift von uns verlangt. Wir sollten unterzeichnen, dass wir bis zur Haus Übergabe ein striktes Rauchverbot auf der Baustelle für uns und für alle am Bau beteiligten sowie für Besucher einhalten. Die Mitarbeiter der beauftragen Gewerke sind diesbezüglich geschult. Empfohlen wurde uns ein >Rauchen verboten< Schild anzubringen, sowie eine >Raucherecke< außerhalb des Hauses einzurichten. Für uns als Nichtraucher kein Problem. Hoffen wir mal, dass auch alle andere >mitspielen<.
  • Übergabe Timeline: Planungsablauf für unser Haus
Planungsablauf für unser Haus

Danach wurde es schon um einiges konkreter, was die weitere Hausplanung im Bezug auf das Haus an sich angeht:

  • ab dem Übergang in die Genehmigungsplanung übernimmt eine Architektin von B+K unsere Hausplanung. Sie plant dann den Entwurf in die Genehmigungsplanung um und stellt für uns den Bauantrag. Dafür entstehen weitere Planungskosten, die wir auch gleich vor Ort unterschreiben durften
  • Thema Küchenplanung. Diese muss zur Genehmigungsplanung abgeschlossen sein, damit rohbaurelevannte Punkte abgestimmt werden können. Bsp.: Soll die Brüstungshöhe vom Küchenfenster angepasst werden, damit die Küchenoberfläche in das Fenster einläuft, oder soll das Fensterbrett oberhalb der Küchenoberfläche liegen?
  • Besprechung des Bebauungsplanes „Westliches Bahngelände“ und dessen Besonderheiten mit weiteren Hausaufgaben zur Abklärung mit der Gemeinde (Gehört der Dachkasten zur Wand? Davon ist die Materialwahl abhängig.)
  • Besprechung des vorliegenden Kanalplanes und offen Punkte die im Zusammenhang mit der Schachtanschlusshöhe liegen
  • Wie soll die Wasseruhr eingebaut werden? Liegend oder stehend?
  • Erstellung einer Liste mit dem Namen ELBH (EigenLeistungBauHerren)

 

Wie uns im weiteren Gespräch das Herz in die Hose fiel, könnt Ihr im Teil 2 lesen…